Cordoba-Mendoza-Cordoba (Part 1)

Mendoza, Stadt der guten Weine, langen Ausritten zu Pferde und gemuetlichen Wanderungen durch die Anden.” So oder aehnlich wurde uns dieser Ort im Voraus angepriesen und so habe ich ihn auch von meinem ersten Besuch her in Erinnerung. Nach meinem zweiten Aufenthalt dort lautet mein persoenlicher Werbeslogan aber eher wie folgt: “Mendoza, Stadt der unbegrenzten Adventure-Moeglichkeiten, falschen Auskuenfte und des unkontrollierbaren Adrenalinzuschusses.” Dies schreit nach einer Erklaerung, oder ?

 

1.Tag

Nach einer durchzechten Nacht im Bus von Cordoba nach Mendoza (…”schlaflos” waere wohl ein passender Ausdruck, klingt aber nicht so aufregend... ) beschlossen Lies und ich erst mal ein Nikerchen im Hostel zu halten (…man muss ja nicht immer gleich alles ueberstuerzen, oder?). Danach liessen wir uns mit den Menschenmassen durch das Staedtchen (…und bloederweise auch durch einige Shops und Kaffees... ) gleiten. Dabei sprach uns ein etwas “veschuepft” wirkender Mitarbeiter einer Adventure-Organisation an und weil (…und natuerlich nur deswegen!) wir Mitleid mit dem armen Jungen hatten (…oder war der Spruch “This is my first day and I'm a little bit nervous”, wohl nur eine Touri-Masche?!), folgten wir ihm ins nahe gelegene Buero. Nach dem Power-Nikerchen waren wir eh in Abenteuer-Laune!

15 Minuten spaeter verliessen eine sehr glueckliche Schweizerin und eine mit Angstschweiss ueberstroemte Belgierin das Adventure-Buero. In ihren Taschen steckten je ein Ticket fuer einen Paragliding-Flug am naechsten Tag. Diese Idee war natuerlich mal wieder auf dem Mist der Erstgenannten gewachsen und die Zweitgenannte hatte gar keine andere Wahl (Was heisst hier Flugangst?! Wie bist du denn nach Argentinien gekommen, hae?!)! Doch ihr Wunsch sollte zwei Tage spaeter in die Tat umgesetzt werden (…siehe 3.Tag).
Den Rest des Tages brauchten wir dann zum Kraefte sammeln (…hier sind verschiedene Interpretationsmoeglichkeiten zugelassen... ) und zum Beruhigen von Lies angeschlagenen Nervenstraengen (“WHY am I doing this?!”/”I don’t LIKE you anymore!”/”Let’s go for our LAST dinner!”/usw... ).

 

2.Tag

PUENKTLICH (What the hell!) um 9 Uhr am folgenden Morgen holte uns Jack Black (…auf jeden Fall sah der Typ GENAU SO aus!) in unserem Hostel ab. Mit von der Partie (…fuer Lies wohl eher keine Party... ) waren auch noch ein Kalifornier, eine Texanerin und vier junge Israelinnen (…Es herrschte also eine Bombenstimmung im Buessli!). Zu neunt liessen wir Mendoza hinter uns und Jack Black steuerte den kleinen Bus munter auf einen beachtlich hohen Huegel zu. Waehrend ich vor Vorfreude in die Haende klatschte und wie Atomkraftwerk strahlte, wurde Lies immer wie bleicher und stiller (…was SEHR ungewoehnlich fuer sie ist!). Doch mit Hilfe einiger bloeden Spruechen konnte ich ihr dann doch noch eine Reaktion entlocken (…und wenn es in diesem Fall auch nur ein mir entgegengestreckter Mittelfinger war... ).

Auf dem Landeplatz angekommen, trafen wir dann endlich auch auf unsere Flug-Guides und die Schirme (…sah soweit alles ganz stabil und gut aus ) und es wurde eine erste Selektion getroffen, da nicht alle miteiander in dem vierradangetriebenen Jeep auf den Huegel gekarrt werden konnten. Waehrend die Israelinnen (…mit den Worten “YOU FOUR: FIRST!" ) als erstes einsteigen durften (…oder im Falle von Lies wohl eher “mussten”… ), warteten Lies und ich zusammen mit den Amis auf dem Landeplatz bei einem kuehlen…..Wasser (Jaja, das ist leider wahr... ) auf die Landung der vier jungen Chicas (…wollen mal schauen, ob die Schirme halten… ). Dabei herrschte eine recht lockere Stimmung (…mal abgesehen von dem etwas trockenen, texanischen Brot… ) und wir stellten Vermutungen an, ob wir auf unserem bevorstehenden Flug wohl auch die chilenische Grenze ueberfliegen wuerden und mit einem Abschuss rechnen muessten, falls wir zuvor nicht all unsere Aepfel auf argentinischem Boden abwerfen wuerden (siehe letzter Blogeintrag!). Doch nichts dergleichen geschah und die vier Teenies landeten vor unseren Augen auf sicherem Terrain. Lies bombardierte (…geschickte Wortwahl, nicht?!) diese sofort mit Fragen, welche sie stark zu beschaeftigen schienen. Da die vier Israelinnen jedoch etwas Muehe mit der Englischen Sprache hatten, verstaerkten sie ungewollt Lies Aengste, was mich wiederum sehr belustigte (Tschuldigung!). Hier der Wortwechsel, der beinahe zu einem internationalen Konflikt gefuehrt haette:

 

Lies      “How was your flight?”


Israelin  “Great!!!”

Lies       (schaut kritisch)


Israelin   “No, no, really! It isn’t that bad when you're standing on the CLIFF!”


Ich        (trinke ahnungslos Wasser und verschlucke mich beim Wort CLIFF, kann mein Lachen und Husten aber gerade noch unter Kontrolle halten)


Lies        “Oh! There's a cliff?!”


Israelin    “No, no, don’t worry! There is a man who pushes you off the cliff!”


Lies        (reisst entsetzt die Augen auf)


Ich        (kann das Wassertrinken und Lachen nicht mehr unter einen Hut bringen und pruste der ahnungslosen Israelin unkontrolliert das Wasser entgegen ! Nur dank einer sehr schweizerisch-diplomatischen Art konnte ein Konflikt in letzter Sekunde abgewandt werden! )

 

Nach dieser etwas peinlichen Situation war ich froh, dass es endlich losging (…und wir uns von den Israelinnen verabschieden konnten… ). Die beiden Amis, Lies und ich durften in den Jeep steigen und wurden hinauf zum Startplatz gekarrt. Dieses Gefuehl ist etwa mit jenem vergleichbar, wenn man auf einer Achterbahn sitzt, langsam den hoechsten Punkt anstrebt und darauf wartet, dass man auf der anderen Seite in rasantem Tempo herunter braust und dabei die Haende in die Luft werfen kann (…oder nach einem Kotztuetli greift… ). Lies erbleichte noch etwas mehr, was nun sogar den Fluglehrern auffiel und sie versuchten mit allen Mitteln, sie zu beruhigen (Na ja... ). So meinte einer etwa (…ich uebersetze mal frei von der Leber weg, weil ich das ja so gut kann... ): “Keine Angst, wir sind SEHR erfahren. Wir haben unsere Lizenzen zwar erst seit einer Woche, aber wir waren jeden Tag in der Luft, EHRLICH!” Allgemeines Gelaechter (…arme Lies!)!
Auf dem Berg wurde dann die Blonde mit dem groessten Mundwerk (=ICH) zuerst ausgewaehlt und vom grossen, schwarzen Mann vom Cliff gestossen (…um die Worte der Israelin zu verwenden…. ). Ich genoss den Flug von der zweiten Sekunde an in vollen Zuegen! Immer wie hoeher schraubten wir uns (…oder besser gesagt, ich liess mich schrauben… ) in die Luefte und ich knipste fleissig drauflos, bis der Startplatz unter uns nur noch winzig klein erschien (...Trotz der grossen Entfernung glaubte ich jedoch, darauf eine kreidenbleiche Gestalt gesehen zu haben… ). Unbeschreiblich! Wunderschoen! Unvergleichbar! Gluecklich!
Als wir eine knappe halbe Stunde spaeter wieder festen Boden unter den Fuessen hatten, sprang mir eine ebenso glueckliche Lies (…mit wiedererlangter Gesichtsfarbe… ) entgegen und dankte mir als erstes, dass ich sie zu diesem Flug ueberredet hatte (...an dieser Stelle ist wohl ein HERZLICHEN GLUECKWUNSCH, LIES angebracht, oder? ). Dies schrie geradezu nach einer Fortsetzung und so buchten wir noch am selben Nachmittag fuer den vierten und letzten Tag eine Riverrafting-Tour bei derselben Organisation.

 

Mehr dazu aber im zweiten Teil meines Berichtes, den ich uebermorgen ins Netz stellen moechte (Ihr koennt euch in der Zwischenzeit ja etwas Popcorn oder so besorgen… )!

 

Besos a todos  und fuer die, die es noch nicht wissen und gerne wissen moechten (…alle anderen muessen an dieser Stelle nicht mehr weiterlesen!): Ich lande am folgenden Donnerstag, den 3.2.2011, um 18.20 Uhr in Zuerich (…wahrscheinlich aber in einem Flugzeug und nicht mit einem Paragliding-Schirm… )!   

30.1.11 00:11

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