Cordoba - Puerto Madryn - Calafate - Ushuaia - Buenos Aires - Cordoba (Part 3)

9.Reisetag (Ushuaia)
Ok, ich gebe es auf! Auch diese Reise ist nicht dafuer geeignet eine Diaet zu starten und schon gar nicht heute! Nach einem reichhaltigen Fruehstueck ging’s naemlich mit unserem Bus in einen nahegelegenen Skiort (…die einzige Moeglichkeit dabei ein paar Kalorien zu verbrennen bestand darin, die Stufen des Cars hinauf und hinunter zu steigen… ). Dort wurde uns ein landestypisches Mittagessen vorgesetzt: Cordero. Das mag nun fuer Unwissende sehr fremdlaendisch, lecker und aufregend klingen, ist aber nichts weiter als “Laemmli am Spiess” (OOOOOOOOOOH!!!). Doch das Wissen, ein so haerziges Geschoepf zu verschlingen (Denkt doch bitte nur mal kurz an die Wollana-Werbung!), reicht den fleischliebenden Argentiniern nicht. Nein, sie muessen der Kundschaft GANZ genau vor Augen fuehren, WAS sie gleich verzehren werden. So wurden wir an diesem Tag auf dem Weg vom Bus zum Mittagstisch an einer grossen, offenen Feuerstelle vorbeigefuehrt, um die herum rund 15 Schoefli (…zum Glueck bereits ohne Koepfli!) zum Raeuchern aufgespiesst waren (Fotos folgen, ob ihr wollt oder nicht!). Da ich nicht als falsche Vegetarierin auffallen wollte (…das haette hier zu meinem gesellschaftlichen Ausschluss gefuehrt... ), stuerzte auch ich mich ins Essensgefecht und ich muss zugeben, dass es (…wenn man das Hirn mal kurz ausschaltet… ) gar nicht mal so schlecht geschmeckt hat (…und “geboeckelt” hat es auch nicht… ). Aber um auf die Liste meiner 10 Lieblingsgerichte zu gelangen, reichte es dann doch nicht ganz. Dafuer mundete Wessel und mir der Hauskaffee (=Café del Mono) um so besser! Der war naemlich mit verschiedenen Schnaepschen und Gewuerzen angereichert, war im Preis inbegriffen (!!!) und stand, wohlriechend, in einem grossen Topf am anderen Ende des Raumes. Wenn man ein Taesschen davon haben wollte, musste man also zwischen all den Tischen und essenden Leuten hin und wieder zurueck marschieren. Dies hinderte Wessel aber nicht daran (…jedes Mal fleissig und unschuldig nach links und rechts laechelnd… ), sechs Mal den grossen Topf mit seiner Tasse anzusteuern. Nummer 7 und 8 musste ich ihm dann jedoch bringen, da es ihm zu peinlich wurde (…und seine Schritte nicht mehr ganz so gerade verliefen wie am Anfang… ). Hollaender in Argentinien nach uebermaessigem Kaffekonsum beschwipst gesehen: CHECK!
Nachdem die Zunge nach dem Mittagessen gelockert war, ging die Sache mit dem fliessend Spanisch sprechen auch wieder viel besser (…glaubten wir auf jeden Fall!). So lag auch wieder mal ein Plauderstuendchen mit einem netten, aelteren Ehepaar drin. Die gute Frau (…wiederum fleissig meine Wange taetschelnd… ) schaetzte mein Alter doch tatsaechlich auf suesse 21 (…muss ich hier noch speziell erwaehnen, dass ich sie besonders sympatisch fand?!).
Genauso lustig und locker war dann auch der Abend, den die drei blonden “Geschwister” mit Nestor und ein paar wenigen, hartgesottenen Mitreisenden im Irish-Pub des Staedtchens verbrachten und……ZENSUR….. .

 

10.Reisetag (Ushuaia)
Da dieser Tag eher muede vorueberschlich (Neinnein, das hat nichts mit dem Vorabend zu tun!) und der Nationalparkbesuch eher ernuechternd war (…hehehe, kleines Wortspiel fuer Clevere… ), bleibt mir hier etwas Zeit und Platz ueber ein weiteres, hier weit verbreitetes Phaenomen zu berichten: das “Ich-frag-mal-bloede-nach-weil-ich-die-ersten-drei-Male-nicht-zugehoert-habe-Symptom”. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Nestor erklaerte der ganzen Gruppe mindestens drei Mal (…durch Mikrophon… konnte also nicht am Hoergeraet liegen… ), dass am Dienstag eine City-Tour durch Ushuaia stattfinden wuerde und jeder, der daran Interesse haette, sollte dies doch bitte mit einem Handzeichen bestaetigen (…sogar die Auslaender im hinteren Teil des Busses hatten verstanden!). Alle Haende flogen nach oben und die Tour fand am besagten Dienstag statt. Am Mittwoch (…also am Tag NACH der City-Tour!) kann man, wenn man den argentinischen Pass besitzt, doch tatsaechlich und ernsthaft (…und vollkommen nuechtern!) fragen, wann denn nun genau die City-Tour anstehe. Auch dieses Beispiel ist leiden kein Einzelfall (siehe Toiletten-Geschichte im ersten Teil des Reiseberichtes), ist aber bestimmt auch in anderen Laendern anzutreffen (…ich kam mir vor, wie im Sprachlabor in der Kanti… da mussten wir einen Satz auch drei Mal hoeren und korrekt wiedergeben… ).

 

11.Reisetag (Ushuaia-Buenos Aires-Cordoba)
Heute stand der Abschied vom groessten Teil der Reisegruppe und unserem Reiseleiter an. Waehrend die meisten naemlich die rund 4000km, welche wir in den vergangenen 10 Tagen etappenweise zurueckgelegt hatten, innerhalb von drei Tagen wieder zurueckfahren wollten (Das KANN nicht lustig sein!), reisten 12 Priviligierte (…inklusive den drei reichen Schnoeseln aus Europa… ) mit dem Flugzeug zurueck nach Cordoba. Dass dies eine gute Idee war, wussten wir schon zu diesem Zeitpunkt. Sie stellte sich im Nachhinein jedoch noch besser als bereits gedacht heraus. Da tags zuvor naemlich bei einem Streik der Faehrenfahrer zwischen Feuerland und dem Festland anscheinend eine Person ums Leben gekommen war, war die Rueckreise auf dem chilenischen Landweg an diesem Tag nicht gewaehrleistet….. und tatsaechlich! Zurueck in Cordoba hoerten wir, dass unsere Mitreisenden zuerst ganze zwei Tage an der chilenischen Grenze auf Feuerland festsassen, nicht ausreisen durften und am dritten Tag nach Ushuaia zurueckkehren mussten um von dort ebenfalls einen Flug zurueck nach Cordoba zu buchen (…ob der arme Bus ganz alleine am Ende der Welt zurueckgelassen wurde, ist der Redaktion jedoch nicht bekannt.).

 

Zum Schluss meines Reiseberichtes ans "Ende der Welt" habe ich euch noch die vier verherendsten Versprecher zusammengestellt (...und die stammen also NICHT alle aus meinem Mund!):

  • Der argentinische Fremdenfuehrer, der uns den Perito Moreno Gletscher schmackhaft machen wollte, uebersetzte sein Wissen auch ins Englische und wollte uns unter anderem mitteilen "...and then, we will focus on the glacier." Heraus kamen aber die Worte: "...and then, we will fuck us on the glacier."

  • Etwas spaeter (...nachdem sich die drei Auslaender im hinteren Teil des Busses die Lachtraenen aus dem Gesicht gewischt hatten... ) meinte er dann auch noch: "Afterwards we are living on the glacier." Gemeint hatte er aber wohl: "We are leaving the glacier."

 

  • An dem besagten Abend im Irish-Pub war ich in recht guter Stimmung (...die hatten dort naemlich einen guten Tee!) und wollte meinen Spanisch sprechenden Mitreisenden entschuldigend mitteilen, dass ich heute wohl etwas peinlich sei. Da mir das Wort "peinlich" in Spanisch nicht in den Sinn kam, uebersetzte ich frisch von der Leber weg (...das klappt sonst auch immer!): "Hoy estoy un poco embarasado", was so viel bedeutet wie:"Heute bin ich etwas schwanger."

 

  • Als mich Wessel und Christine in einem der wenigen serioesen Momenten mal fragten, was denn meine Eltern arbeiten wuerden, meinte ich: "My parents are retarded." (Ach kommt schon, dieser Fehler haette euch also auch unterlaufen koennen!) 

13 Tage bleiben mir noch, bevor ich wiederum am Flughafen von Cordoba stehe und ein Flugzeug in Richtung Heimat besteige. Was ich bis dahin noch mache? Glaubt mir, langweilig wird es mir hier bestimmt nicht! Heute Abend fahre ich zusammen mit der Belgierin Lies nochmals fuer vier Tage nach Mendoza. Das letzte Mal habe ich in einem Tag nicht gerade viel von diesem Wein-Staedchen gesehen (…abgesehen von einigen Bodegas... ) und meine damaligen Mitreisenden kannten ja nicht mal den Aconcagua (siehe fruehere Berichte!). Also auf zu neuen Abenteuern! Dieses Mal aber richtig!

 

Un beso y nos vemos pronto!!!

20.1.11 19:23

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


schwizerhäsli (23.1.11 11:20)
läck besch du flissig am schriberle!!!
also die versprecherlis, do hani scho grad chli müsse lache, vorallem de met dine eltere


olila1 (24.1.11 06:16)
hey... Wir sind auch gerade "Am Ende der Welt" und ich suchte Infos über den Streik der angeblich morgen (23.) am Hafen stattfinden soll. Fähren sollen blockiert werden und die Gabelstapler sollen auch streiken (erzählte die Besatzung der MS Bremen, die heute in Usu eingelaufen ist). Wir trafen sie auch im o. g. IrishPub.
Das dt. Segelschulschiff Gorch Fokk liegt auch im Hafen. Jetzt müssen wir als deutsche Staatsbürger erst so weit Reisen um sie zu sehen. Unglaublich oder ?? und die Geschichte dazu ist ja auch komisch. Naja, was solls.
Wir wünschen Euch noch eine gute Reise. Oli+Franki aus Rappi (SG-CH)




Pierina (28.1.11 09:06)
Liebe Regula
Bald kommst Du wieder in die Schweiz Ich freue mich auf Dich! Letzten Samstag waren wir (wie kann es anders sein, von Fäbu organisiert) oberhalb von Interlaken Schneeschuhlaufen. Das war absolut toll! Nur dort oben schien die Sonne, denn die Schweiz war mit Nebel umhüllt. Huii, wie beim Biken, steil den Hang hinauf klettern{Emotic(help). Fast wäre ich hinunter gepurzelt !!!
Viele fragten nach Dir und wann Du wieder retour kommst. Juhhuii! Und bald werden wir nach dem Biken beim Tiger sitzen und Panaché trinken Hihihi! Geniesse Deine tolle Zeit!
Carissimi saluti da Olten e abbracci


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