Cordoba - Puerto Madryn - Calafate - Ushuaia - Buenos Aires - Cordoba (Part 2)

5.Reisetag (Puerto Madryn-El Calafate)
Nach tagelangem Fahren durch eine eher unspektakulaere und karge Landschaft war der Anblick des bunten, touristisch angehauchten Staedtchens El Calafate, am Ufer eines Sees und inmitten “echter” Berge gelegen (Aaaaah, fehlen nur noch Heidi und Peter!), eine echte Wohltat! Zudem wurden wir in einem Hotel einquartiert, welches anscheinend nicht zu den billigsten zaehlte (…billig war nur der kappute Foehn, der demolierte Safe und der braune Fruchtsalat… ). Als Christine, Wessel und ich dann auf einem Erkundungsspaziergang auch noch unaufgefordert von 5 streunenden Hunden begleitet wurden (Ich habe nur einen von ihnen geknuddelt, EHRLICH!), war fuer mich der Ankunftstag perfekt.

 

6.Reisetag (El Calafate)
An diesem Tag stand ein “Mini-Trekking” auf dem beruehmten Perito Moreno Gletscher auf dem Programm. Allein die Bezeichnung “Trekking” liess mein schweizer Herz nach wochenlangem Huegel-und-Stadt-Dasein etwas hoeher schlagen und weckte natuerlich gewisse Erwartungen in mir (…beim Anblick meiner Wandergenossinnen in Leggins und Turnschuhen schliefen diese aber schnell wieder ein!).
Aber alles der Reihe nach: Da wir an diesem Morgen “erst” um 9 Uhr gletschertauglich vor der Tuere stehen mussten (Das ist ja wie in den Ferien…Ach, ich BIN ja in den Ferien!), glaubten wir genuegend Zeit zum Packen UND fruehstuecken zu haben. Doch die Argentinier waren wieder mal fuer eine Ueberraschung gut! Eine Stunde zu frueh wurden wir per Zimmertelefon aus dem Tiefschlaf gerissen und ein gestresster Nestor teilte uns mit, dass wir JETZT und AUF DER STELLE fruehstuecken gehen sollten , da wir “etwas frueher” als geplant los mussten (…”etwas frueher” fuer Regi= 5-10min.). In Eile (…und unter nervoesen Blicken unseres Guides… ) verschmaehtn wir dann halt den groessten Teil des Fruehstueckbuffets (What a waste!), stopften ein paar warme Sachen in unsere Rucksaecke und wurden um 8.30 Uhr in den bereits wartenden Touri-Bus gepfercht. Der traf, wie wir spaeter erfuhren, um 8, und nicht wie angekuendigt um 9 Uhr, ein. Na ja, mit einer Verspaetung von einer halben Stunde lagen wir im argentinischen Rahmen der erwarteten Unpuenktlichkeit und ernteten deshalb keine weiteren, boesen Blicke mehr.
Die Lage entspannte sich auf dem Weg in den Perito-Moreno-Nationalpark weiter. Zwischen all den neuen Gesichtern kam in unserer Reisegruppe aus Cordoba so etwas wie ein Gruppengefuehl auf (…an dieser Stelle ist KEIN Lehrerspruch erwuenscht!). Es schien ganz so, als ob unsere “Reisegschpoendli”, die wir nun seit rund sechs Tagen kannten, stolz auf “ihre” drei Auslaender waren (“Nein, nein, die drei muessen keinen hoeheren Eintrittspreis bezahlen. Die kommen auch aus Cordoba.”/“Nein, sie muessen nicht Englisch mit denen sprechen. Die sprechen besser Spanisch als wir!). Wir fuehlten uns wohl!
Der Anblick des Perito Moreno Gletschers verschlug mir dann aber, trotz schweizer Blut,  doch die Sprache (…schon wieder!): Riesige Eismassen waelzten sich zu Tale und eine mehrere Meter hohe Eiswand endete im Wasser eines riesigen Sees. Alle paar Minuten stuerzten kleinere oder groessere Eisbloecke ins Wasser, wo sie Wellen verursachten (Cool! Ich will auf’s Schiff!) und langsam davon trieben (Hach, war das jetzt aber poetisch!). Um zum Ausgangspunkt unseres “Mini-Trekkings” zu gelangen, mussten wir ein estes Mal mit einem Schiff den Gletschersee ueberqueren und es wurde dabei wie wild von allen Seiten drauflos geknipst (An alle Daheimgebliebenen: Macht euch schon mal auf eine laaaaaaaaange Diashow gefasst ;-)!). Der kurze Spaziergang im Anschluss hatte dann zwar nicht viel mit “Trekking” zu tun (…der Begriff wurde wahrscheinlich zur Abschreckung von leggins- und stoeckelschuhetragenden Touristen gewaehlt… ), war aber trotzdem sehr schoen und amuesant. Und wer haette gedacht, dass ich im tiefsten Patagonien, irgendwo auf einem Gletscher, mit einem Tourenfuehrer ueber die Mittlere Bruecke in Basel und das Staedtchen Liestal plaudern konnte (…und das erst noch in Spanisch!)?! Zum kroenenden Abschluss wurde uns dann auf dem Perito Moreno, bei ungewohnt strahlendem Sonnenschein, noch ein Whisky mit Gletschereis ueberreicht. Wer denkt dabei noch an den stressvollen Morgen?!

 

7.Reisetag (Perito Moreno)
Juhuuuuuuu!!! Sechs Stunden Schiffli fahren zwischen Bergen, Gletschern und mit viiiiiiel Sonnenschein (…Regi im Paradies!). Fast wie auf dem Vierwaldstaettersee! Es wurde sogar fast so viel Schweizerdeutsch wie auf dem Vierwaldstaettersee gesprochen (Wo haben sich denn die alle versteckt in den vergangenen 3 Monaten?). Selbstverstaendlich war ich aber “undercover” unterwegs und gab mich nur EINEM Schweizer zu erkennen, den ich zwei Wochen zuvor schon in Iguazu angetroffen hatte (Laeck, der posiert genau gleich doof wie ich, mit nach oben zeigendem Daumen, fuer Fotos!). Ausserdem entlarvte mich ein aelteres Ehepaar aus Kriens wegen meinem (…anscheinend... ) “typisch schweizerischen Englischakzent” (HA!.......Mehr faellt mir dazu nicht ein… ). Ach ja, und ein nachgestelltes Titanic-Foeteli am Bug des Schiffes durfte natuerlich auch nicht fehlen (Armer Wessel musste als Leonardo-Ersatz hinhalten!).

 

8.Reisetag (El Calafate-Ushuaia)
3.45 Uhr: Tagwache!!!
4.30 Uhr: Abfahrt Richtung Ushuaia (…mit der hier ueblichen, erwarteten Verspaetung… )
Grund: zweimaliges Ueberqueren der chilenischen Grenze (…und die soll es in sich haben!)

 

Na ja, wenigstens sah ich nun auch mal einen Sonnenaufgang hier (CHECK!) … . Schon tags zuvor hatte uns Nestor GENAUSTE Anweisungen gegeben, was wir ueber die Grenze bringen DURFTEN und was VERBOTEN war. Zuoberst auf der Liste stand……ja genau, AEPFEL (Ich persoenlich finde das ja unfair den Bananen und Orangen gegenueber, aber mich fragt ja niemand… )! Bereits bei der eresten Ausreise aus Argentinien betrat ein Special-Officer unseren Bus, durchbohrte uns alle mit boesen Blicken und fragte mit scharfer Stimme, ob den wirklich KEINE Aepfel mehr mit an Bord waren. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, da ich kurz zuvor ein solch GEFAEHRLICHES Objekt mit Haut UND Kerngehaeuse verschlungen hatte, und wie wir alle wissen, werden bestimmte Teile auch wieder GANZ ausgeschieden!!! Tat ich da was Illegales?! Ich beschloss dann aber doch fuer einmal auf  mein sarkastisches Maul zu sitzen, was bestimmt gut so war (… ausserdem waren die Kerne nach 2 Stunden Warten an der ersten chilenischen Grenze laengst wieder Teil von Mutter Natur… ).
Ganz lustig fanden wir auch die Kontrolle des Handgepaeckes mit einer Durchleuchtungs-Maschine, wie man sie sonst nur vom Flughafen her kennt. Wessel und ich gingen gluecklicherweise als ungefaehrlich durch und unsere Taschen (…negativ auf Aepfel geprueft… ), wurden nicht weiter untersucht. Christine wurde jedoch zur Seite genommen und sie musste ihr Handgepaeck oeffnen, da der Radar etwas “Apfelaehnliches” erfasst hatte (…ohne Witz!). Die Apfelpolizei fand jedoch keine Apfelbombe und musste die apfelverdaechtige Christine apfellos ziehen lassen (Ich glaube, ich kann NIE wieder einen Apfel ohne schlechtes Gewissen essen!).
Das fruehe Aufstehen, die lange Warterei an den beiden Grenzuebergaengen und das stundenlange Busfahren ueber Schotterstrassen machten diesen Tag auf jeden Fall nicht gerade zu einem meiner Lieblingsreisetage. Die Apfelstory, die windige Faehrenueberfahrt nach Terra del Fuego und einige lustige Fragen von Mitreisenden (“Seid ihr drei eigentlich Geschwister?" ) sorgten dann aber doch noch fuer etwas Auflockerung.

Liebe Gruesse und ich melde mich ganz bald mit dem dritten und letzten Teil der Patagonien-Reise-Geschichte!!!

19.1.11 00:27

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