Cordoba - Puerto Madryn - Calafate - Ushuaia - Buenos Aires - Cordoba (Part 1)

Ist es unverschaemt, nach diesen viermonatigen “Ferien” Ferien zu beantragen (…am besten natuerlich bezahlt!)?! Ich kriege naemlich so langsam das Gefuehl, meine vielen Erlebnisse und Eindruecke von hier gar nicht richtig “verdauen” zu koennen (purps!). Insbesondere die vergangenen 11 Tage, in denen ich meine Reise zum Ende der Welt unternommen habe, sind noch zu verarbeiten. Aber am besten fange ich gleich damit an:


Vorgeschichte
Wer mich schon etwas laenger kennt weiss, dass ich nicht gerade eine Anhaengerin von Gruppenreisen bin (…abgesehen von den Gruppenrabatten natuerlich... ). Trotzdem liess ich mich, wie schon mal erwaehnt, vor einigen Wochen von Christine, einer 25-jaehrigen Norwegerin (=der serioese Pol der Gruppe) und Wessel (…armer Junge! Der hat noch einen im Ausland unaussprechbareren Namen als ich!), einem 19-jaehrigen Hollaender, dazu ueberreden eine eben solche Reise zu buchen. Wer weiss, vielleicht war dies ja gar nicht so eine schlechte Idee: Ich konnte, nach Wochen im “Gefaengnis”, mein Hirn ausschalten (…ich wuensche KEINE Komentare an dieser Stelle!!!) und musste mich fuer 11 Tage um nichts kuemmern.


1. Reisetag (Cordoba-Puerto Madryn)
Als ich am Abreisetag unseren Reisebus und die rund 45 “Reisegschpoendli” sah, war ich mir jedoch nicht mehr so sicher, ob ich eine richtige Entscheidung getroffen hatte (…sogar ICH fuehlte mich in dieser Gruppe jung!). Aber es gab kein Zurueck mehr, da ich die Reise schon im Voraus bezahlt hatte (...und zudem zu faul war, all meinen Plunder wieder zurueck zu schleppen!). So stiegen die drei blonden und hellaeugigen Europaeer in den Bus voller Einheimischer ein. Da war die Frage unseres Reiseleiters Nestor (“Seid ihr die drei Auslaender?" eher ueberfluessig, aber sicherlich hoeflich gemeint.
Die ersten 24 Stunden unserer 4000km langen Fahrt in den Sueden verbrachten wir dann vorwiegend im fahrenden Bus, was fuer die Argentinier nichts Ungewoehnliches ist. Die lieben und celebrieren naemlich das Reisen mit dem Bus richtiggehend: Schlaeft man nicht gerade (…was die meiste Zeit der Fall ist... ), doest man vor sich hin, schnarcht, trinkt Mate (Was fuer eine Ueberraschung!) oder haelt ein Schwaetzchen (…vorausgesetzt man einigt sich zuvor auf EINE Sprache!). Wenn man Glueck hat, wird sogar ein guter Film gezeigt (…und Auslaender koennen dabei ihr Spanisch….perdon, Castellano…verbessern!). Und weil die drei Europaeer zu hinterst im Bus sowieso fuer alles mehr bezahlen (…mehr Infos dazu spaeter in diesem Blog... ), machten sie sich gleich auf insgesamt acht Sitzplaetzen breit, markierten so ihr Revier fuer den Rest der Reise und genossen einen Willkommensdrink, serviert von einer freiwilligen Mitreisenden in einem Pappbecher (Aha, diese Volunteer-Arbeit sollte Projects Abroad ebenfalls auf ihre Liste setzen!). So konnte es weitergehen!


2. Reisetag (Cordoba-Puerto Madryn)
Um sechs Uhr morgens (…die wollen mich anscheinend wieder auf ein Leben in der Schweiz vorbereiten!) wurden wir per Mikrophon mit einem “Holaholahola” aus einem unruhigen Schlaf gerissen. Die Herde wurde durch das enge Gatter ins Freie und anschliessend in ein kleines Restaurant getrieben, wo ein Fruehstuecksnapf auf sie wartete. Wo wir inzwischen waren? Keine Ahnung! Auf jeden Fall noch nicht in Puerto Madryn! Zu frueh um irgendwelche Fragen zu stellen oder Antworten zu erwarten. So frueh, dass Partygaenger auf ihrem Weg nach Hause torkelnd unseren Weg kreuzten (Komisch…normalerweise bin ich auf der anderen Seite.). Bevor die Herde dann aber wieder in den Stall und auf ihre Plaetze getrieben wurde, blieb noch etwas Zeit fuer einen Toilettengang, getrennt nach Maennchen und Weibchen. Warum ich dies erwaehne? Der Gang zum oertlichen Abort war eine der vielen Demonstrationen, dass die argentinische Bevoelkerung, neben all ihren guten, auch negative Angewohnheiten haben (…in diesem Fall leider egoistischer Natur... ). Hier ist es naemlich durchaus erlaubt, in Anbetracht einer langen Warteschlange in Front einer einzelnen Toilette, diese 10 Minuten lang zu besetzen um die Notdurft zu verrichten, Zaehne zu putzen (Ein Kaugummi reicht, mann!), sich zu schminken (…was in den meisten Faellen eh nicht zu einem verbesserten Resultat fuehrte!), Kleidung zu wechseln (Ein starkes Deo reicht, mann!) und weissauchnichtwasallesnoch zu erledigen. Und ich spreche hier leider nicht von einer Ausnahmeerscheinung!
Nun aber zurueck zum Tagesreport: Gegen Mittag des zweiten Tages kamen wir dann endlich an unserem ersten Etappenziel, Puerto Madryn, an. Kurz nach dem Hotel-Check-In besuchten wir auch gleich noch die nahegelegene Halbinsel Valdes (Was sind schon 4h Busfahrt nach 24h zuvor?!). Waehrend einer Bootsfahrt auf einer etwas rauher See sahen die drei am Bug ausharrenden “Extranjeros” (YYYYYHAAAA!) dann zwar keine Wale, dafuer aber viele Seeloewen, lustige Voegel (…nicht nur ornitologischer Natur... ) und kotzende Mitreisende (…das wird in keinem Naturfilm geboten!).


3. Reiseag (Puerto Madryn)
Nach dem vielen Reisen war der folgende Tag dann zum Ausruhen gedacht. Zeit also fuer ein ausgiebiges Fruehstueck (Anm. fuer Andrea: Ich habe seit Wochen kein richtiges Mueesli mehr gegessen…Aber du kannst kaufen was du willst, wenn ich zurueck komme ;-)!), einen Strandspaziergang und eine kleine Shoppingtour (...war ja klar!). Der einzige Programmpunkt stand gegen Abend auf der Liste: Stadtrundfahrt in “unserem” Bus (…erstaunlich, wie schnell man dabei einschlafen kann!). Bei einigen Stops und schiessen von obligatorischen Touri-Fotos lernte ich nicht nur die Stadt etwas besser kennen, sondern mir wurde auch bewusst, dass kurze Hosen und Flipflops ebenfalls zum Kontakteknuepfen mit der froestelnden und in mehreren Kleiderschichten eingepackten Bevoelkerung geeignet sind (Merke: Also nicht nur Hund und Kinder sind dazu noetig!).
Zurueck im Hotel informierte unser Gruppenfuehrer (…das klingt jetzt etwas zu sarkastisch, oder?!) Nestor die ganze Reisegruppe ueber in den kommenden Tagen anstehende, freiwillige Exkursionen, die nicht im Preis inbegriffen waren. Dabei wurde mir erstmals so richtig bewusst, dass tatsaechlich an vielen Orten hier zwei Preiskategorien bestehen: eine fuer Argentinier und eine andere fuer Auslaender (…Freiwilligenarbeit hin oder her!). Waehrend also beispielsweise Einheimische fuer einen Eintritt in einen Nationalpark 40 Pesos (=10.-) bezahlen, muessen Auslaender 100 Pesos (=25.-) hinblaettern (Nein, fuer diesen Preiszuschlag sahen wir NICHT mehr Tierli!). Da ich auf meiner langen Reise viel Zeit zum Nachdenken hatte (Achtung, Sarkasmus im Anflug!), kam mir im Anschluss an diese Erkenntnis die Idee, in die schweizerische Politik einzusteigen und mit dem Vorschlag, auf diese Art und Weise die Pensionskasse aufzubessern, fuer die naechsten Bundesratswahlen zu kandidieren. Na ja, wenigstens schienen ein paar Mitreisende in Anbetracht der drei Gratisarbeiter in ihrem Land ueber dieses System nachzudenken… .


4. Reisetag (Puerto Madryn-Calafate)
So, Schluss mit Ausruhen! Nach der Tagwache um 6.30 Uhr und Essenfassen um 7 Uhr (Bin ich hier in der RS, oder was?) richtete sich die hollaendische, die norwegische und die schweizer Fraktion wiederum zuhinterst im Bus ein um die naechste 24 Stunden dauernde Fahrt nach Calafate (…und zum beruehmten Perito Moreno Gletscher!) zu ueberstehen. Aufgelockert wurde diese durch einen Besuch in einer Pinguin-Kolonie (…sogar die Pinguine werden hier anscheinend kolonialisiert... ) einigen “Bisiundschminkstops”, Matewasser auffuellen an Tankstellen (Die haben hier tatsaechlich eigene Stationen hier!!!) und Schwaetzchen halten mit Mitreisenden (Warum taetscheln hier alle MEINE Wangen und wuscheln durch MEINE Haare?! Haengt da etwa ein Schild um meinen Hals “Bitte taetscheln”?!).
Hmmmmmm, was ist von diesem Tag sonst noch zu berichten? Vielleicht die Tatsache, dass saemtliche Geldautomaten auf der Strecke kein Geld mehr ausspuckten, da die Argentinier nicht mit Gelddrucken nachkamen? Na ja, das ist mir zwar nichts Neues, aber fuer den einen oder anderen unter euch vielleicht schon.


Ok, genug fuer heute. Der zweite Teil des Reiseberichts in den Sueden folgt in Kuerze. Also nicht abhaengen, Leute! Wir hoeren und lessen uns!!!

17.1.11 22:57

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