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Cordoba-Mendoza-Cordoba (Part 2)

3.Tag

Nach dem Hoehenflug des vorherigen Tages beschlossen Lies und ich, am zweitletzten Tages unseres Mendoza-Abenteuers den Nationalpark mit dem beruehmten Aconcagua aufzusuchen um dort etwas zu wandern (… und die leeren Adrenalinzellen wieder aufzufuellen… ). Natuerlich bereiteten sich die zwei Lehrerinnen vorbildlich auf den Ausflug vor (…huestel… ). Sie stellten fruehzeitig den Wecker (...jedenfalls fuer argentinische Verhaeltnisse… ), deckten sich mit Nahrungsmitteln (=Kracker) und Energydrinks (=Wasser) ein und informierten sich im Touristenbuero (=Lehrling im Hostel), wie lange denn die Busfahrt in den Park dauern wuerde. “2 Stunden” wurde uns, ohne mit den Wimpern (…oder etwas anderem… ) zu zucken, gesagt. Nun gut, da mussten wir uns ja nicht beeilen (…glaubten wir… ) und wir hatten ausserdem noch genug Zeit, ein oder zwei Stationen frueher auszusteigen um die “Puente del Inca” zu besichtigen (…dachten wir… ). Den Rest des Weges zum Nationalpark konnten wir ja dann im schlimmsten Fall auch zu Fuss zuruecklegen (…nahmen wir an… ). So weit, so gut.

Die Realitaet sah dann aber wieder mal etwas anders aus (…merkten wir… ). Na ja, die Anzeichen waeren eigentlich schon auf dem Weg zum Busbahnhof erkennbar gewesen, als mir der verrueckteste aller hier getroffenen Taxifahrer (…und dies ist eine Auszeichnung, die man nicht umbedingt will!) augenzwinkernd seine Facebookadresse in Krakelschrift entgegenstreckte (...ich hab’s ja schon immer gewusst, ich bin ein Weirdo Magnet!!!). Ich ueberlegte mir kurz, als Abschreckung meinen Lehrer-Rotstift zu zuecken und die Fehlerstellen zu markieren, liess es aber dann doch bleiben. Im Anschluss an dieses reizvolle Angebot (…huestel… ) verliess unser Bus mit Verspaetung (Warum verwundert mich dies, nach 4 Monaten oeffentlichem Verkehr in Argentinien nutzende Schweizerin, eigentlich noch immer?!) das Terminal und aus 2 versprochenen Fahrstunden wurden schnell mal 4. Dies brachte unsere gut durchdachte (Grob-) Planung natuerlich etwas durcheinander. Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir das Rueckfahrtsticket ebenfalls schon zuvor kaufen mussten um einen Platz zu ergattern. Kurz gesagt, es blieben uns knappe 2 Stunden um die “Puente del Inca” (…uebrigens ein Tip eines Einheimischen, jaja!)  zu fotografieren, unser ausgewogenes Picknick zu verspeisen, in den Park zu wandern und den Aconcagua zu bezwingen (…ok, oder wenigstens zu fotografieren… oder mindestens zu sehen… ). Uns wurde schnell klar, dass dies wohl den Zeitrahmen etwas sprengen wuerde (… wir waren zwar nicht sooooo super vorbereitet, aber auch nicht sooooo bloed… ). So blieb es halt bei der Besichtigung der beruehmten Salz-Bruecke (=13 Minuten), einem ausgedehnten Mittagessen in der Sonne (=47 Minuten) und einem Besuch des Marktes (59 Minuten). Dort ueberlegten wir uns kurz, ob wir wohl einen dort angepriesenen “Bag Of Energy” (=Saeckli mit stink-normalen Steinen!) fuer 20 Pesos kaufen sollten, um die 4 Stunden Rueckfahrt zu ueberstehen, enschieden uns dann aber doch fuer etwas handfestere Gegenstaende (…Schmuck und so… ). Anschliessend warteten wir im inzwischen aufgezogenen Sturm und Regen (“Lies, packst du eine Jacke ein?” ”Nein, nein, heute regnet es bestimmt nicht!” ”Ok, in dem Falle lasse ich meine auch hier…&rdquo  auf den Bus, der uns dann (…stark heruntergekuehlt wie immer!) durch den Stau (!) nach Hause brachte (…aber wenigstens HAETTEN wir heute unsere Kreditkarten und genug Bargeld dabei gehabt!).

 

4.Tag

Nach dem Schonprogramm (…mit Schleudergang am Ende… ) des vergangenen Tages freuten wir uns wie kleine Kinder (…schon wieder… muss wohl am Beruf liegen… ) auf den River Rafting Ausflug. Der sollte der (schaum-) kroenende Abschluss unseres Mendoza-Aufenthaltes warden. Aber aus irgendwelchen Gruenden sollte auch dies nicht sein (…dieses Mal konnten wir aber keine Vorzeichen erkennen… ). Wir wurden am Morgen naemlich einfach vergessen! Nicht abgeholt! Auf dem Abstellgeleise zurueckgelassen! Nicht auf die Liste gesetzt! Wie Kehrichtsaecke am Strassenrand vergessen! Uebersehen (… muss man sich mit fortschreitendem Alter an sowas gewoehnen?!)! Na ja, wenigstens bekamen wir das am Vortag bereits bezahlte Geld problemlos wieder zurueck (…und die schuldbewussten Gesichter im Adventure-Buero waren ganz lustig zu beobachten… ) und waehrend wir im Kaffee um die Ecke einen Frappucino mit Rahmzuschlag goennten (…falscher Zeitpunkt um sich das Frustessen abzugewoehnen!), ueberlegten wir uns, was wir mit dem angebrochenen Tag anstellen koennten (…das heisst, Lies fluchte wie ein Rohrspatz und ich stoeberte lustlos in meinem Reisefuehrer… ). Da flatterte uns ein tags zuvor gesichteter Flyer einer Motorradvermietungsfirma in die Haende. Das waer doch was!

Gelesen, gesucht, gebucht, getan. Ein Stuendchen spaeter tuckerten wir (…ohne einmal einen Fahrausweis gezeigt zu haben… ) mit einem echten Motorrad (HOUHOUHOU!) durch Mendoza (Ja Mami, MIT Helm!) und waren wieder gluecklich! Unser Ziel war ein kleines Doerfchen namens Cacheuta, 40 Kilometer ausserhalb des Wein-Staedtchens (…die uns im Vermietungsbuero empfohlene Weindegustationstour lehnten wir in Anbetracht der hier herrschenden Strassenverhaeltnissen wohlweislich ab!). Dort wollten wir in einem (ACHTUNG!) angeblich schoenen und ruhigen Fluesschen baden. Gefunden haben wir jedoch ein kuemmerliches Rinnsal in einer kargen Berglandschaft ohne Aussicht auf irgendetwas. Ausserdem fielen bei unserer Ankunft dort die ersten Regentropfen (…wahrscheinlich die ersten seit Monaten!) und Windboeen erschwerten das Lenken etwas. Jaja, Fortuna schien uns auch hier nicht gefunden zu haben. Deshalb kehrten wir halt wieder zurueck nach Mendoza und ersetzten das Bad im Fluss durch eine Dusche im Hostel, bevor wir uns wieder in einen Nachtbus nach Cordoba setzten. Wenigstens schlief ich aber wesentlich besser als dies auf der Hinfahrt der Fall war (…man soll ja am Ende eines Tages immer das Positive sehen, oder?).

 

Hey Leute, ich weiss nicht, ob ich meinen letzten Blogeintrag (…mit Fazit, Rueck- und Ausblick, neusten Erkenntnissen und natuerlich mit allen vergessenen Fettnaepfchen!!!) noch vor meiner Rueckreise in die Schweiz schaffe! Falls nicht, moechte ich euch an dieser Stelle schon mal ganz herzlich dafuer danken, dass ihr so fleissig (…ich nehm’s jetzt mal an… grummel!) meinen Blog gelesen und somit einen Teil meines Lebens hier mitverfolgt habt! Auch danke ich all denjenigen, die mich in den letzten Monaten mit Mails, Briefen, SMSen oder Blog-Kommentaren unterstuetzt haben. Zwar konnte ich nicht immer alle Schreiben wie gewollt beantworten (...und das Kartenschreiben fiel dieses Mal ganz weg, sorry!), ich habe mich jedoch ueber jedes einzelne sehr gefreut! Ohne euch waere dieses Abenteuer (…vor allem die ersten drei Monate!) gar nicht erst moeglich gewesen. DANKE!!!

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