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Cordoba - Iguazu - Cordoba (Part 2)

Taraaaaaaaaaa, da bin ich wieder !!! Wie ihr seht, hab ich Sylvester ueberlebt! Dazu sei an dieser Stelle nur zu sagen, dass der Jahreswechsel hier in aehnlicher Art und Weise gefeiert wird, wie das Weihnachtsfest: Zuerst wird im Ramen der Familie gegessen und gfeiert und im Anschluss geht man auf eine der unzaehligen Parties des Bruders einer Freundin von einer Kollegin einer Schwester (...oder so aehnlich...) und wer vor Tagesanbruch nach Hause geht, zaehlt sowieso zu der Kategorie "Sissi" (HA! dazu zaehle ich garantiert nicht!).


So, nun aber weiter im Text mit meinem Bericht ueber das Schulreisli nach Iguazu: Der dritte Tag in Iguazu verlief etwa aehnlich wie der zweite, abgesehen davon, dass wir uns etwas spaeter aus den Betten (...und den ekligen Matrazen...)  kaempften, etwas mueder als tags zuvor unter den Augenlidern hervorlinsten und den etwas ruhigeren (SCHNARCH!) Bootstrip durch den Jungel waehlten. Sogar Lies' Spinnenphobie, die am vorherigen Tag deutlich zu spueren und zu sehen war (=staendig gebueckte Haltung, aengstlicher Blick und entsetzte Schreie beim Anblick eines leeren Spinnennetzes auf kurzen Spaziergaengen durch den Regenwald...), schien an diesem Tag etwas zu schlafen. Ein Tag zum chillen !!!


Nach diesem "Sparflammentag" wollten wir es dann aber nochmals wissen und besuchten die Fealle auf der brasilianischen Seite. Abgesehen davon brauchte ich unbedingt den Stempel an der Grenze um laenger als drei Monate im Land bleiben zu koennen. Mit  Pass und etwas Bargeld (...in Brasilien ist sicher alles billiger!) machten wir uns also per Bus auf den Weg ueber die Grenze nach Foz de Iguazu, wo der zweite Nationalpark der Faelle liegt. Nach fast zweistuendigem Anstehen vor dem Eingang (Laeck, so viel Schweizerdeutsch wie hier habe ich in den ganzen vergangenen drei Monaten nicht ghoert und gesprochen!) verschlug es uns dann aber fast die Sprache (...dieses Mal aber nicht beim Anblick der Faelle...)! Das waren, preislich betrachtet, ja beinahe schweizer Verhaeltnisse!!! Da wir aber UNBEDINGT auch den Bootstrop mit Dusche auf dieser Seite der Faelle mitmachen wollten (...diese Boote schauen naemlich viiiiiiiiel spassiger und schneller aus!!!) legten die zwei Lehrerinnen ihr letztes Bargeld zusammen, welches sie (wohlueberlegt...) an diesem Tag mitgebracht hatten, kriegten an der Kasse (...dank waessrigem Hundeblick...) eine einmalige Ermaessigung und genossen (...total pleite!) den Bootstrip (Kinder, macht das zu Hause ja nicht nach!). Es folgten einige Sprungfotos inmitten der Faelle (...und Tourimassen...), was natuerlich nicht ohne weiteres Missgeschick meinerseits vor sich ging: Bei einem besonders hohen, guten, spektakulaeren und photogenen (...huestel...) Sprung ging naemlich mein linker Flip-Flop seine eigenen Wege durch die Luft und im wahrsten Sinne des Wortes in den Faellen baden (...dem war es wahrscheinlich auch zu heiss!). Lies konnte gerade noch ein Foto schiessen, bevor sich dieser etwa 30 Meter ueber die Kante in die Tiefe stuerzte (Oh, dieses Lachmuskeltraining ist echt anstrengend!). Barfuss ging es dann halt weiter, vorbei an unzaehligen Tourishops mit Flip-Flops (...hatten ja kein Geld mehr um Neue zu kaufen!) zu weiteren atemberaubenden Aussichtspunkten. Ich habe Lies versprochen, an dieser Stelle in meinem Blog zu erwaehnen, dass sie sich solidarisch zeigte, ebenfalls ihre Schuhe auszog und (...nein, nicht wie ich die Faelle runterschmiss....) barfuss neben mir her ging. So, nun wisst ihr’s!
Zurueck nach Puerto Iguazu ging es dann halt per Taxi (Der Taxifahrer musste ja nicht von Anfang an wissen, dass wir OHNE Geld unterwegs waren...) und nach einigen Problemchen an der Grenze (Sorry, nichts fuer schwache Nerven, deshalb erfolgt Auskunft nur nach Anfrage!) landeten wir dann erleichtert und zufrieden in unserem Hostel auf argentinischer Seite, wo wir auch den freundlichen Taxifahrer bezahlen konnten .


Am Abend liess mich dann der Besitzer des Autos der drei Cordobeser mit seinem Auto fahren (Der wusste ja nicht, auf was er sich da einliess!), was mich, nach dreimonatigem Autoentzug in Formel1-Stimmung und ihn in Entsetzen versetzte (Sissi!). Nach einem letzten Abendessen im Kreise unserer neuen “Hostel-Familie” legten wir uns dann muede aber gluecklich auf unsere (...leider immer noch grausigen!) Matrazen schlafen (Man kann halt nicht alles haben...).

Es folgte der Tag der Rueckreise, des Abschieds von unseren neu gewonnenen Freundschaften (...auf jeden Fall voruebergehend...) und die Rueckkehr in unsere Kammern in Cordoba. Was fuer ein Ausflug! Jeder Zeit wieder! Aber jetzt geht es zuerst einmal fuer 10 Tage ab in den (kalten!) Sueden !!! 

Nos vemos y un beso!!!

2 Kommentare 3.1.11 15:38, kommentieren



Cordoba - Puerto Madryn - Calafate - Ushuaia - Buenos Aires - Cordoba (Part 1)

Ist es unverschaemt, nach diesen viermonatigen “Ferien” Ferien zu beantragen (…am besten natuerlich bezahlt!)?! Ich kriege naemlich so langsam das Gefuehl, meine vielen Erlebnisse und Eindruecke von hier gar nicht richtig “verdauen” zu koennen (purps!). Insbesondere die vergangenen 11 Tage, in denen ich meine Reise zum Ende der Welt unternommen habe, sind noch zu verarbeiten. Aber am besten fange ich gleich damit an:


Vorgeschichte
Wer mich schon etwas laenger kennt weiss, dass ich nicht gerade eine Anhaengerin von Gruppenreisen bin (…abgesehen von den Gruppenrabatten natuerlich... ). Trotzdem liess ich mich, wie schon mal erwaehnt, vor einigen Wochen von Christine, einer 25-jaehrigen Norwegerin (=der serioese Pol der Gruppe) und Wessel (…armer Junge! Der hat noch einen im Ausland unaussprechbareren Namen als ich!), einem 19-jaehrigen Hollaender, dazu ueberreden eine eben solche Reise zu buchen. Wer weiss, vielleicht war dies ja gar nicht so eine schlechte Idee: Ich konnte, nach Wochen im “Gefaengnis”, mein Hirn ausschalten (…ich wuensche KEINE Komentare an dieser Stelle!!!) und musste mich fuer 11 Tage um nichts kuemmern.


1. Reisetag (Cordoba-Puerto Madryn)
Als ich am Abreisetag unseren Reisebus und die rund 45 “Reisegschpoendli” sah, war ich mir jedoch nicht mehr so sicher, ob ich eine richtige Entscheidung getroffen hatte (…sogar ICH fuehlte mich in dieser Gruppe jung!). Aber es gab kein Zurueck mehr, da ich die Reise schon im Voraus bezahlt hatte (...und zudem zu faul war, all meinen Plunder wieder zurueck zu schleppen!). So stiegen die drei blonden und hellaeugigen Europaeer in den Bus voller Einheimischer ein. Da war die Frage unseres Reiseleiters Nestor (“Seid ihr die drei Auslaender?" eher ueberfluessig, aber sicherlich hoeflich gemeint.
Die ersten 24 Stunden unserer 4000km langen Fahrt in den Sueden verbrachten wir dann vorwiegend im fahrenden Bus, was fuer die Argentinier nichts Ungewoehnliches ist. Die lieben und celebrieren naemlich das Reisen mit dem Bus richtiggehend: Schlaeft man nicht gerade (…was die meiste Zeit der Fall ist... ), doest man vor sich hin, schnarcht, trinkt Mate (Was fuer eine Ueberraschung!) oder haelt ein Schwaetzchen (…vorausgesetzt man einigt sich zuvor auf EINE Sprache!). Wenn man Glueck hat, wird sogar ein guter Film gezeigt (…und Auslaender koennen dabei ihr Spanisch….perdon, Castellano…verbessern!). Und weil die drei Europaeer zu hinterst im Bus sowieso fuer alles mehr bezahlen (…mehr Infos dazu spaeter in diesem Blog... ), machten sie sich gleich auf insgesamt acht Sitzplaetzen breit, markierten so ihr Revier fuer den Rest der Reise und genossen einen Willkommensdrink, serviert von einer freiwilligen Mitreisenden in einem Pappbecher (Aha, diese Volunteer-Arbeit sollte Projects Abroad ebenfalls auf ihre Liste setzen!). So konnte es weitergehen!


2. Reisetag (Cordoba-Puerto Madryn)
Um sechs Uhr morgens (…die wollen mich anscheinend wieder auf ein Leben in der Schweiz vorbereiten!) wurden wir per Mikrophon mit einem “Holaholahola” aus einem unruhigen Schlaf gerissen. Die Herde wurde durch das enge Gatter ins Freie und anschliessend in ein kleines Restaurant getrieben, wo ein Fruehstuecksnapf auf sie wartete. Wo wir inzwischen waren? Keine Ahnung! Auf jeden Fall noch nicht in Puerto Madryn! Zu frueh um irgendwelche Fragen zu stellen oder Antworten zu erwarten. So frueh, dass Partygaenger auf ihrem Weg nach Hause torkelnd unseren Weg kreuzten (Komisch…normalerweise bin ich auf der anderen Seite.). Bevor die Herde dann aber wieder in den Stall und auf ihre Plaetze getrieben wurde, blieb noch etwas Zeit fuer einen Toilettengang, getrennt nach Maennchen und Weibchen. Warum ich dies erwaehne? Der Gang zum oertlichen Abort war eine der vielen Demonstrationen, dass die argentinische Bevoelkerung, neben all ihren guten, auch negative Angewohnheiten haben (…in diesem Fall leider egoistischer Natur... ). Hier ist es naemlich durchaus erlaubt, in Anbetracht einer langen Warteschlange in Front einer einzelnen Toilette, diese 10 Minuten lang zu besetzen um die Notdurft zu verrichten, Zaehne zu putzen (Ein Kaugummi reicht, mann!), sich zu schminken (…was in den meisten Faellen eh nicht zu einem verbesserten Resultat fuehrte!), Kleidung zu wechseln (Ein starkes Deo reicht, mann!) und weissauchnichtwasallesnoch zu erledigen. Und ich spreche hier leider nicht von einer Ausnahmeerscheinung!
Nun aber zurueck zum Tagesreport: Gegen Mittag des zweiten Tages kamen wir dann endlich an unserem ersten Etappenziel, Puerto Madryn, an. Kurz nach dem Hotel-Check-In besuchten wir auch gleich noch die nahegelegene Halbinsel Valdes (Was sind schon 4h Busfahrt nach 24h zuvor?!). Waehrend einer Bootsfahrt auf einer etwas rauher See sahen die drei am Bug ausharrenden “Extranjeros” (YYYYYHAAAA!) dann zwar keine Wale, dafuer aber viele Seeloewen, lustige Voegel (…nicht nur ornitologischer Natur... ) und kotzende Mitreisende (…das wird in keinem Naturfilm geboten!).


3. Reiseag (Puerto Madryn)
Nach dem vielen Reisen war der folgende Tag dann zum Ausruhen gedacht. Zeit also fuer ein ausgiebiges Fruehstueck (Anm. fuer Andrea: Ich habe seit Wochen kein richtiges Mueesli mehr gegessen…Aber du kannst kaufen was du willst, wenn ich zurueck komme ;-)!), einen Strandspaziergang und eine kleine Shoppingtour (...war ja klar!). Der einzige Programmpunkt stand gegen Abend auf der Liste: Stadtrundfahrt in “unserem” Bus (…erstaunlich, wie schnell man dabei einschlafen kann!). Bei einigen Stops und schiessen von obligatorischen Touri-Fotos lernte ich nicht nur die Stadt etwas besser kennen, sondern mir wurde auch bewusst, dass kurze Hosen und Flipflops ebenfalls zum Kontakteknuepfen mit der froestelnden und in mehreren Kleiderschichten eingepackten Bevoelkerung geeignet sind (Merke: Also nicht nur Hund und Kinder sind dazu noetig!).
Zurueck im Hotel informierte unser Gruppenfuehrer (…das klingt jetzt etwas zu sarkastisch, oder?!) Nestor die ganze Reisegruppe ueber in den kommenden Tagen anstehende, freiwillige Exkursionen, die nicht im Preis inbegriffen waren. Dabei wurde mir erstmals so richtig bewusst, dass tatsaechlich an vielen Orten hier zwei Preiskategorien bestehen: eine fuer Argentinier und eine andere fuer Auslaender (…Freiwilligenarbeit hin oder her!). Waehrend also beispielsweise Einheimische fuer einen Eintritt in einen Nationalpark 40 Pesos (=10.-) bezahlen, muessen Auslaender 100 Pesos (=25.-) hinblaettern (Nein, fuer diesen Preiszuschlag sahen wir NICHT mehr Tierli!). Da ich auf meiner langen Reise viel Zeit zum Nachdenken hatte (Achtung, Sarkasmus im Anflug!), kam mir im Anschluss an diese Erkenntnis die Idee, in die schweizerische Politik einzusteigen und mit dem Vorschlag, auf diese Art und Weise die Pensionskasse aufzubessern, fuer die naechsten Bundesratswahlen zu kandidieren. Na ja, wenigstens schienen ein paar Mitreisende in Anbetracht der drei Gratisarbeiter in ihrem Land ueber dieses System nachzudenken… .


4. Reisetag (Puerto Madryn-Calafate)
So, Schluss mit Ausruhen! Nach der Tagwache um 6.30 Uhr und Essenfassen um 7 Uhr (Bin ich hier in der RS, oder was?) richtete sich die hollaendische, die norwegische und die schweizer Fraktion wiederum zuhinterst im Bus ein um die naechste 24 Stunden dauernde Fahrt nach Calafate (…und zum beruehmten Perito Moreno Gletscher!) zu ueberstehen. Aufgelockert wurde diese durch einen Besuch in einer Pinguin-Kolonie (…sogar die Pinguine werden hier anscheinend kolonialisiert... ) einigen “Bisiundschminkstops”, Matewasser auffuellen an Tankstellen (Die haben hier tatsaechlich eigene Stationen hier!!!) und Schwaetzchen halten mit Mitreisenden (Warum taetscheln hier alle MEINE Wangen und wuscheln durch MEINE Haare?! Haengt da etwa ein Schild um meinen Hals “Bitte taetscheln”?!).
Hmmmmmm, was ist von diesem Tag sonst noch zu berichten? Vielleicht die Tatsache, dass saemtliche Geldautomaten auf der Strecke kein Geld mehr ausspuckten, da die Argentinier nicht mit Gelddrucken nachkamen? Na ja, das ist mir zwar nichts Neues, aber fuer den einen oder anderen unter euch vielleicht schon.


Ok, genug fuer heute. Der zweite Teil des Reiseberichts in den Sueden folgt in Kuerze. Also nicht abhaengen, Leute! Wir hoeren und lessen uns!!!

17.1.11 22:57, kommentieren

Cordoba - Puerto Madryn - Calafate - Ushuaia - Buenos Aires - Cordoba (Part 2)

5.Reisetag (Puerto Madryn-El Calafate)
Nach tagelangem Fahren durch eine eher unspektakulaere und karge Landschaft war der Anblick des bunten, touristisch angehauchten Staedtchens El Calafate, am Ufer eines Sees und inmitten “echter” Berge gelegen (Aaaaah, fehlen nur noch Heidi und Peter!), eine echte Wohltat! Zudem wurden wir in einem Hotel einquartiert, welches anscheinend nicht zu den billigsten zaehlte (…billig war nur der kappute Foehn, der demolierte Safe und der braune Fruchtsalat… ). Als Christine, Wessel und ich dann auf einem Erkundungsspaziergang auch noch unaufgefordert von 5 streunenden Hunden begleitet wurden (Ich habe nur einen von ihnen geknuddelt, EHRLICH!), war fuer mich der Ankunftstag perfekt.

 

6.Reisetag (El Calafate)
An diesem Tag stand ein “Mini-Trekking” auf dem beruehmten Perito Moreno Gletscher auf dem Programm. Allein die Bezeichnung “Trekking” liess mein schweizer Herz nach wochenlangem Huegel-und-Stadt-Dasein etwas hoeher schlagen und weckte natuerlich gewisse Erwartungen in mir (…beim Anblick meiner Wandergenossinnen in Leggins und Turnschuhen schliefen diese aber schnell wieder ein!).
Aber alles der Reihe nach: Da wir an diesem Morgen “erst” um 9 Uhr gletschertauglich vor der Tuere stehen mussten (Das ist ja wie in den Ferien…Ach, ich BIN ja in den Ferien!), glaubten wir genuegend Zeit zum Packen UND fruehstuecken zu haben. Doch die Argentinier waren wieder mal fuer eine Ueberraschung gut! Eine Stunde zu frueh wurden wir per Zimmertelefon aus dem Tiefschlaf gerissen und ein gestresster Nestor teilte uns mit, dass wir JETZT und AUF DER STELLE fruehstuecken gehen sollten , da wir “etwas frueher” als geplant los mussten (…”etwas frueher” fuer Regi= 5-10min.). In Eile (…und unter nervoesen Blicken unseres Guides… ) verschmaehtn wir dann halt den groessten Teil des Fruehstueckbuffets (What a waste!), stopften ein paar warme Sachen in unsere Rucksaecke und wurden um 8.30 Uhr in den bereits wartenden Touri-Bus gepfercht. Der traf, wie wir spaeter erfuhren, um 8, und nicht wie angekuendigt um 9 Uhr, ein. Na ja, mit einer Verspaetung von einer halben Stunde lagen wir im argentinischen Rahmen der erwarteten Unpuenktlichkeit und ernteten deshalb keine weiteren, boesen Blicke mehr.
Die Lage entspannte sich auf dem Weg in den Perito-Moreno-Nationalpark weiter. Zwischen all den neuen Gesichtern kam in unserer Reisegruppe aus Cordoba so etwas wie ein Gruppengefuehl auf (…an dieser Stelle ist KEIN Lehrerspruch erwuenscht!). Es schien ganz so, als ob unsere “Reisegschpoendli”, die wir nun seit rund sechs Tagen kannten, stolz auf “ihre” drei Auslaender waren (“Nein, nein, die drei muessen keinen hoeheren Eintrittspreis bezahlen. Die kommen auch aus Cordoba.”/“Nein, sie muessen nicht Englisch mit denen sprechen. Die sprechen besser Spanisch als wir!). Wir fuehlten uns wohl!
Der Anblick des Perito Moreno Gletschers verschlug mir dann aber, trotz schweizer Blut,  doch die Sprache (…schon wieder!): Riesige Eismassen waelzten sich zu Tale und eine mehrere Meter hohe Eiswand endete im Wasser eines riesigen Sees. Alle paar Minuten stuerzten kleinere oder groessere Eisbloecke ins Wasser, wo sie Wellen verursachten (Cool! Ich will auf’s Schiff!) und langsam davon trieben (Hach, war das jetzt aber poetisch!). Um zum Ausgangspunkt unseres “Mini-Trekkings” zu gelangen, mussten wir ein estes Mal mit einem Schiff den Gletschersee ueberqueren und es wurde dabei wie wild von allen Seiten drauflos geknipst (An alle Daheimgebliebenen: Macht euch schon mal auf eine laaaaaaaaange Diashow gefasst ;-)!). Der kurze Spaziergang im Anschluss hatte dann zwar nicht viel mit “Trekking” zu tun (…der Begriff wurde wahrscheinlich zur Abschreckung von leggins- und stoeckelschuhetragenden Touristen gewaehlt… ), war aber trotzdem sehr schoen und amuesant. Und wer haette gedacht, dass ich im tiefsten Patagonien, irgendwo auf einem Gletscher, mit einem Tourenfuehrer ueber die Mittlere Bruecke in Basel und das Staedtchen Liestal plaudern konnte (…und das erst noch in Spanisch!)?! Zum kroenenden Abschluss wurde uns dann auf dem Perito Moreno, bei ungewohnt strahlendem Sonnenschein, noch ein Whisky mit Gletschereis ueberreicht. Wer denkt dabei noch an den stressvollen Morgen?!

 

7.Reisetag (Perito Moreno)
Juhuuuuuuu!!! Sechs Stunden Schiffli fahren zwischen Bergen, Gletschern und mit viiiiiiel Sonnenschein (…Regi im Paradies!). Fast wie auf dem Vierwaldstaettersee! Es wurde sogar fast so viel Schweizerdeutsch wie auf dem Vierwaldstaettersee gesprochen (Wo haben sich denn die alle versteckt in den vergangenen 3 Monaten?). Selbstverstaendlich war ich aber “undercover” unterwegs und gab mich nur EINEM Schweizer zu erkennen, den ich zwei Wochen zuvor schon in Iguazu angetroffen hatte (Laeck, der posiert genau gleich doof wie ich, mit nach oben zeigendem Daumen, fuer Fotos!). Ausserdem entlarvte mich ein aelteres Ehepaar aus Kriens wegen meinem (…anscheinend... ) “typisch schweizerischen Englischakzent” (HA!.......Mehr faellt mir dazu nicht ein… ). Ach ja, und ein nachgestelltes Titanic-Foeteli am Bug des Schiffes durfte natuerlich auch nicht fehlen (Armer Wessel musste als Leonardo-Ersatz hinhalten!).

 

8.Reisetag (El Calafate-Ushuaia)
3.45 Uhr: Tagwache!!!
4.30 Uhr: Abfahrt Richtung Ushuaia (…mit der hier ueblichen, erwarteten Verspaetung… )
Grund: zweimaliges Ueberqueren der chilenischen Grenze (…und die soll es in sich haben!)

 

Na ja, wenigstens sah ich nun auch mal einen Sonnenaufgang hier (CHECK!) … . Schon tags zuvor hatte uns Nestor GENAUSTE Anweisungen gegeben, was wir ueber die Grenze bringen DURFTEN und was VERBOTEN war. Zuoberst auf der Liste stand……ja genau, AEPFEL (Ich persoenlich finde das ja unfair den Bananen und Orangen gegenueber, aber mich fragt ja niemand… )! Bereits bei der eresten Ausreise aus Argentinien betrat ein Special-Officer unseren Bus, durchbohrte uns alle mit boesen Blicken und fragte mit scharfer Stimme, ob den wirklich KEINE Aepfel mehr mit an Bord waren. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, da ich kurz zuvor ein solch GEFAEHRLICHES Objekt mit Haut UND Kerngehaeuse verschlungen hatte, und wie wir alle wissen, werden bestimmte Teile auch wieder GANZ ausgeschieden!!! Tat ich da was Illegales?! Ich beschloss dann aber doch fuer einmal auf  mein sarkastisches Maul zu sitzen, was bestimmt gut so war (… ausserdem waren die Kerne nach 2 Stunden Warten an der ersten chilenischen Grenze laengst wieder Teil von Mutter Natur… ).
Ganz lustig fanden wir auch die Kontrolle des Handgepaeckes mit einer Durchleuchtungs-Maschine, wie man sie sonst nur vom Flughafen her kennt. Wessel und ich gingen gluecklicherweise als ungefaehrlich durch und unsere Taschen (…negativ auf Aepfel geprueft… ), wurden nicht weiter untersucht. Christine wurde jedoch zur Seite genommen und sie musste ihr Handgepaeck oeffnen, da der Radar etwas “Apfelaehnliches” erfasst hatte (…ohne Witz!). Die Apfelpolizei fand jedoch keine Apfelbombe und musste die apfelverdaechtige Christine apfellos ziehen lassen (Ich glaube, ich kann NIE wieder einen Apfel ohne schlechtes Gewissen essen!).
Das fruehe Aufstehen, die lange Warterei an den beiden Grenzuebergaengen und das stundenlange Busfahren ueber Schotterstrassen machten diesen Tag auf jeden Fall nicht gerade zu einem meiner Lieblingsreisetage. Die Apfelstory, die windige Faehrenueberfahrt nach Terra del Fuego und einige lustige Fragen von Mitreisenden (“Seid ihr drei eigentlich Geschwister?" ) sorgten dann aber doch noch fuer etwas Auflockerung.

Liebe Gruesse und ich melde mich ganz bald mit dem dritten und letzten Teil der Patagonien-Reise-Geschichte!!!

1 Kommentar 19.1.11 00:27, kommentieren

Cordoba - Puerto Madryn - Calafate - Ushuaia - Buenos Aires - Cordoba (Part 3)

9.Reisetag (Ushuaia)
Ok, ich gebe es auf! Auch diese Reise ist nicht dafuer geeignet eine Diaet zu starten und schon gar nicht heute! Nach einem reichhaltigen Fruehstueck ging’s naemlich mit unserem Bus in einen nahegelegenen Skiort (…die einzige Moeglichkeit dabei ein paar Kalorien zu verbrennen bestand darin, die Stufen des Cars hinauf und hinunter zu steigen… ). Dort wurde uns ein landestypisches Mittagessen vorgesetzt: Cordero. Das mag nun fuer Unwissende sehr fremdlaendisch, lecker und aufregend klingen, ist aber nichts weiter als “Laemmli am Spiess” (OOOOOOOOOOH!!!). Doch das Wissen, ein so haerziges Geschoepf zu verschlingen (Denkt doch bitte nur mal kurz an die Wollana-Werbung!), reicht den fleischliebenden Argentiniern nicht. Nein, sie muessen der Kundschaft GANZ genau vor Augen fuehren, WAS sie gleich verzehren werden. So wurden wir an diesem Tag auf dem Weg vom Bus zum Mittagstisch an einer grossen, offenen Feuerstelle vorbeigefuehrt, um die herum rund 15 Schoefli (…zum Glueck bereits ohne Koepfli!) zum Raeuchern aufgespiesst waren (Fotos folgen, ob ihr wollt oder nicht!). Da ich nicht als falsche Vegetarierin auffallen wollte (…das haette hier zu meinem gesellschaftlichen Ausschluss gefuehrt... ), stuerzte auch ich mich ins Essensgefecht und ich muss zugeben, dass es (…wenn man das Hirn mal kurz ausschaltet… ) gar nicht mal so schlecht geschmeckt hat (…und “geboeckelt” hat es auch nicht… ). Aber um auf die Liste meiner 10 Lieblingsgerichte zu gelangen, reichte es dann doch nicht ganz. Dafuer mundete Wessel und mir der Hauskaffee (=Café del Mono) um so besser! Der war naemlich mit verschiedenen Schnaepschen und Gewuerzen angereichert, war im Preis inbegriffen (!!!) und stand, wohlriechend, in einem grossen Topf am anderen Ende des Raumes. Wenn man ein Taesschen davon haben wollte, musste man also zwischen all den Tischen und essenden Leuten hin und wieder zurueck marschieren. Dies hinderte Wessel aber nicht daran (…jedes Mal fleissig und unschuldig nach links und rechts laechelnd… ), sechs Mal den grossen Topf mit seiner Tasse anzusteuern. Nummer 7 und 8 musste ich ihm dann jedoch bringen, da es ihm zu peinlich wurde (…und seine Schritte nicht mehr ganz so gerade verliefen wie am Anfang… ). Hollaender in Argentinien nach uebermaessigem Kaffekonsum beschwipst gesehen: CHECK!
Nachdem die Zunge nach dem Mittagessen gelockert war, ging die Sache mit dem fliessend Spanisch sprechen auch wieder viel besser (…glaubten wir auf jeden Fall!). So lag auch wieder mal ein Plauderstuendchen mit einem netten, aelteren Ehepaar drin. Die gute Frau (…wiederum fleissig meine Wange taetschelnd… ) schaetzte mein Alter doch tatsaechlich auf suesse 21 (…muss ich hier noch speziell erwaehnen, dass ich sie besonders sympatisch fand?!).
Genauso lustig und locker war dann auch der Abend, den die drei blonden “Geschwister” mit Nestor und ein paar wenigen, hartgesottenen Mitreisenden im Irish-Pub des Staedtchens verbrachten und……ZENSUR….. .

 

10.Reisetag (Ushuaia)
Da dieser Tag eher muede vorueberschlich (Neinnein, das hat nichts mit dem Vorabend zu tun!) und der Nationalparkbesuch eher ernuechternd war (…hehehe, kleines Wortspiel fuer Clevere… ), bleibt mir hier etwas Zeit und Platz ueber ein weiteres, hier weit verbreitetes Phaenomen zu berichten: das “Ich-frag-mal-bloede-nach-weil-ich-die-ersten-drei-Male-nicht-zugehoert-habe-Symptom”. Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Nestor erklaerte der ganzen Gruppe mindestens drei Mal (…durch Mikrophon… konnte also nicht am Hoergeraet liegen… ), dass am Dienstag eine City-Tour durch Ushuaia stattfinden wuerde und jeder, der daran Interesse haette, sollte dies doch bitte mit einem Handzeichen bestaetigen (…sogar die Auslaender im hinteren Teil des Busses hatten verstanden!). Alle Haende flogen nach oben und die Tour fand am besagten Dienstag statt. Am Mittwoch (…also am Tag NACH der City-Tour!) kann man, wenn man den argentinischen Pass besitzt, doch tatsaechlich und ernsthaft (…und vollkommen nuechtern!) fragen, wann denn nun genau die City-Tour anstehe. Auch dieses Beispiel ist leiden kein Einzelfall (siehe Toiletten-Geschichte im ersten Teil des Reiseberichtes), ist aber bestimmt auch in anderen Laendern anzutreffen (…ich kam mir vor, wie im Sprachlabor in der Kanti… da mussten wir einen Satz auch drei Mal hoeren und korrekt wiedergeben… ).

 

11.Reisetag (Ushuaia-Buenos Aires-Cordoba)
Heute stand der Abschied vom groessten Teil der Reisegruppe und unserem Reiseleiter an. Waehrend die meisten naemlich die rund 4000km, welche wir in den vergangenen 10 Tagen etappenweise zurueckgelegt hatten, innerhalb von drei Tagen wieder zurueckfahren wollten (Das KANN nicht lustig sein!), reisten 12 Priviligierte (…inklusive den drei reichen Schnoeseln aus Europa… ) mit dem Flugzeug zurueck nach Cordoba. Dass dies eine gute Idee war, wussten wir schon zu diesem Zeitpunkt. Sie stellte sich im Nachhinein jedoch noch besser als bereits gedacht heraus. Da tags zuvor naemlich bei einem Streik der Faehrenfahrer zwischen Feuerland und dem Festland anscheinend eine Person ums Leben gekommen war, war die Rueckreise auf dem chilenischen Landweg an diesem Tag nicht gewaehrleistet….. und tatsaechlich! Zurueck in Cordoba hoerten wir, dass unsere Mitreisenden zuerst ganze zwei Tage an der chilenischen Grenze auf Feuerland festsassen, nicht ausreisen durften und am dritten Tag nach Ushuaia zurueckkehren mussten um von dort ebenfalls einen Flug zurueck nach Cordoba zu buchen (…ob der arme Bus ganz alleine am Ende der Welt zurueckgelassen wurde, ist der Redaktion jedoch nicht bekannt.).

 

Zum Schluss meines Reiseberichtes ans "Ende der Welt" habe ich euch noch die vier verherendsten Versprecher zusammengestellt (...und die stammen also NICHT alle aus meinem Mund!):

  • Der argentinische Fremdenfuehrer, der uns den Perito Moreno Gletscher schmackhaft machen wollte, uebersetzte sein Wissen auch ins Englische und wollte uns unter anderem mitteilen "...and then, we will focus on the glacier." Heraus kamen aber die Worte: "...and then, we will fuck us on the glacier."

  • Etwas spaeter (...nachdem sich die drei Auslaender im hinteren Teil des Busses die Lachtraenen aus dem Gesicht gewischt hatten... ) meinte er dann auch noch: "Afterwards we are living on the glacier." Gemeint hatte er aber wohl: "We are leaving the glacier."

 

  • An dem besagten Abend im Irish-Pub war ich in recht guter Stimmung (...die hatten dort naemlich einen guten Tee!) und wollte meinen Spanisch sprechenden Mitreisenden entschuldigend mitteilen, dass ich heute wohl etwas peinlich sei. Da mir das Wort "peinlich" in Spanisch nicht in den Sinn kam, uebersetzte ich frisch von der Leber weg (...das klappt sonst auch immer!): "Hoy estoy un poco embarasado", was so viel bedeutet wie:"Heute bin ich etwas schwanger."

 

  • Als mich Wessel und Christine in einem der wenigen serioesen Momenten mal fragten, was denn meine Eltern arbeiten wuerden, meinte ich: "My parents are retarded." (Ach kommt schon, dieser Fehler haette euch also auch unterlaufen koennen!) 

13 Tage bleiben mir noch, bevor ich wiederum am Flughafen von Cordoba stehe und ein Flugzeug in Richtung Heimat besteige. Was ich bis dahin noch mache? Glaubt mir, langweilig wird es mir hier bestimmt nicht! Heute Abend fahre ich zusammen mit der Belgierin Lies nochmals fuer vier Tage nach Mendoza. Das letzte Mal habe ich in einem Tag nicht gerade viel von diesem Wein-Staedchen gesehen (…abgesehen von einigen Bodegas... ) und meine damaligen Mitreisenden kannten ja nicht mal den Aconcagua (siehe fruehere Berichte!). Also auf zu neuen Abenteuern! Dieses Mal aber richtig!

 

Un beso y nos vemos pronto!!!

3 Kommentare 20.1.11 19:23, kommentieren

Cordoba-Mendoza-Cordoba (Part 1)

Mendoza, Stadt der guten Weine, langen Ausritten zu Pferde und gemuetlichen Wanderungen durch die Anden.” So oder aehnlich wurde uns dieser Ort im Voraus angepriesen und so habe ich ihn auch von meinem ersten Besuch her in Erinnerung. Nach meinem zweiten Aufenthalt dort lautet mein persoenlicher Werbeslogan aber eher wie folgt: “Mendoza, Stadt der unbegrenzten Adventure-Moeglichkeiten, falschen Auskuenfte und des unkontrollierbaren Adrenalinzuschusses.” Dies schreit nach einer Erklaerung, oder ?

 

1.Tag

Nach einer durchzechten Nacht im Bus von Cordoba nach Mendoza (…”schlaflos” waere wohl ein passender Ausdruck, klingt aber nicht so aufregend... ) beschlossen Lies und ich erst mal ein Nikerchen im Hostel zu halten (…man muss ja nicht immer gleich alles ueberstuerzen, oder?). Danach liessen wir uns mit den Menschenmassen durch das Staedtchen (…und bloederweise auch durch einige Shops und Kaffees... ) gleiten. Dabei sprach uns ein etwas “veschuepft” wirkender Mitarbeiter einer Adventure-Organisation an und weil (…und natuerlich nur deswegen!) wir Mitleid mit dem armen Jungen hatten (…oder war der Spruch “This is my first day and I'm a little bit nervous”, wohl nur eine Touri-Masche?!), folgten wir ihm ins nahe gelegene Buero. Nach dem Power-Nikerchen waren wir eh in Abenteuer-Laune!

15 Minuten spaeter verliessen eine sehr glueckliche Schweizerin und eine mit Angstschweiss ueberstroemte Belgierin das Adventure-Buero. In ihren Taschen steckten je ein Ticket fuer einen Paragliding-Flug am naechsten Tag. Diese Idee war natuerlich mal wieder auf dem Mist der Erstgenannten gewachsen und die Zweitgenannte hatte gar keine andere Wahl (Was heisst hier Flugangst?! Wie bist du denn nach Argentinien gekommen, hae?!)! Doch ihr Wunsch sollte zwei Tage spaeter in die Tat umgesetzt werden (…siehe 3.Tag).
Den Rest des Tages brauchten wir dann zum Kraefte sammeln (…hier sind verschiedene Interpretationsmoeglichkeiten zugelassen... ) und zum Beruhigen von Lies angeschlagenen Nervenstraengen (“WHY am I doing this?!”/”I don’t LIKE you anymore!”/”Let’s go for our LAST dinner!”/usw... ).

 

2.Tag

PUENKTLICH (What the hell!) um 9 Uhr am folgenden Morgen holte uns Jack Black (…auf jeden Fall sah der Typ GENAU SO aus!) in unserem Hostel ab. Mit von der Partie (…fuer Lies wohl eher keine Party... ) waren auch noch ein Kalifornier, eine Texanerin und vier junge Israelinnen (…Es herrschte also eine Bombenstimmung im Buessli!). Zu neunt liessen wir Mendoza hinter uns und Jack Black steuerte den kleinen Bus munter auf einen beachtlich hohen Huegel zu. Waehrend ich vor Vorfreude in die Haende klatschte und wie Atomkraftwerk strahlte, wurde Lies immer wie bleicher und stiller (…was SEHR ungewoehnlich fuer sie ist!). Doch mit Hilfe einiger bloeden Spruechen konnte ich ihr dann doch noch eine Reaktion entlocken (…und wenn es in diesem Fall auch nur ein mir entgegengestreckter Mittelfinger war... ).

Auf dem Landeplatz angekommen, trafen wir dann endlich auch auf unsere Flug-Guides und die Schirme (…sah soweit alles ganz stabil und gut aus ) und es wurde eine erste Selektion getroffen, da nicht alle miteiander in dem vierradangetriebenen Jeep auf den Huegel gekarrt werden konnten. Waehrend die Israelinnen (…mit den Worten “YOU FOUR: FIRST!" ) als erstes einsteigen durften (…oder im Falle von Lies wohl eher “mussten”… ), warteten Lies und ich zusammen mit den Amis auf dem Landeplatz bei einem kuehlen…..Wasser (Jaja, das ist leider wahr... ) auf die Landung der vier jungen Chicas (…wollen mal schauen, ob die Schirme halten… ). Dabei herrschte eine recht lockere Stimmung (…mal abgesehen von dem etwas trockenen, texanischen Brot… ) und wir stellten Vermutungen an, ob wir auf unserem bevorstehenden Flug wohl auch die chilenische Grenze ueberfliegen wuerden und mit einem Abschuss rechnen muessten, falls wir zuvor nicht all unsere Aepfel auf argentinischem Boden abwerfen wuerden (siehe letzter Blogeintrag!). Doch nichts dergleichen geschah und die vier Teenies landeten vor unseren Augen auf sicherem Terrain. Lies bombardierte (…geschickte Wortwahl, nicht?!) diese sofort mit Fragen, welche sie stark zu beschaeftigen schienen. Da die vier Israelinnen jedoch etwas Muehe mit der Englischen Sprache hatten, verstaerkten sie ungewollt Lies Aengste, was mich wiederum sehr belustigte (Tschuldigung!). Hier der Wortwechsel, der beinahe zu einem internationalen Konflikt gefuehrt haette:

 

Lies      “How was your flight?”


Israelin  “Great!!!”

Lies       (schaut kritisch)


Israelin   “No, no, really! It isn’t that bad when you're standing on the CLIFF!”


Ich        (trinke ahnungslos Wasser und verschlucke mich beim Wort CLIFF, kann mein Lachen und Husten aber gerade noch unter Kontrolle halten)


Lies        “Oh! There's a cliff?!”


Israelin    “No, no, don’t worry! There is a man who pushes you off the cliff!”


Lies        (reisst entsetzt die Augen auf)


Ich        (kann das Wassertrinken und Lachen nicht mehr unter einen Hut bringen und pruste der ahnungslosen Israelin unkontrolliert das Wasser entgegen ! Nur dank einer sehr schweizerisch-diplomatischen Art konnte ein Konflikt in letzter Sekunde abgewandt werden! )

 

Nach dieser etwas peinlichen Situation war ich froh, dass es endlich losging (…und wir uns von den Israelinnen verabschieden konnten… ). Die beiden Amis, Lies und ich durften in den Jeep steigen und wurden hinauf zum Startplatz gekarrt. Dieses Gefuehl ist etwa mit jenem vergleichbar, wenn man auf einer Achterbahn sitzt, langsam den hoechsten Punkt anstrebt und darauf wartet, dass man auf der anderen Seite in rasantem Tempo herunter braust und dabei die Haende in die Luft werfen kann (…oder nach einem Kotztuetli greift… ). Lies erbleichte noch etwas mehr, was nun sogar den Fluglehrern auffiel und sie versuchten mit allen Mitteln, sie zu beruhigen (Na ja... ). So meinte einer etwa (…ich uebersetze mal frei von der Leber weg, weil ich das ja so gut kann... ): “Keine Angst, wir sind SEHR erfahren. Wir haben unsere Lizenzen zwar erst seit einer Woche, aber wir waren jeden Tag in der Luft, EHRLICH!” Allgemeines Gelaechter (…arme Lies!)!
Auf dem Berg wurde dann die Blonde mit dem groessten Mundwerk (=ICH) zuerst ausgewaehlt und vom grossen, schwarzen Mann vom Cliff gestossen (…um die Worte der Israelin zu verwenden…. ). Ich genoss den Flug von der zweiten Sekunde an in vollen Zuegen! Immer wie hoeher schraubten wir uns (…oder besser gesagt, ich liess mich schrauben… ) in die Luefte und ich knipste fleissig drauflos, bis der Startplatz unter uns nur noch winzig klein erschien (...Trotz der grossen Entfernung glaubte ich jedoch, darauf eine kreidenbleiche Gestalt gesehen zu haben… ). Unbeschreiblich! Wunderschoen! Unvergleichbar! Gluecklich!
Als wir eine knappe halbe Stunde spaeter wieder festen Boden unter den Fuessen hatten, sprang mir eine ebenso glueckliche Lies (…mit wiedererlangter Gesichtsfarbe… ) entgegen und dankte mir als erstes, dass ich sie zu diesem Flug ueberredet hatte (...an dieser Stelle ist wohl ein HERZLICHEN GLUECKWUNSCH, LIES angebracht, oder? ). Dies schrie geradezu nach einer Fortsetzung und so buchten wir noch am selben Nachmittag fuer den vierten und letzten Tag eine Riverrafting-Tour bei derselben Organisation.

 

Mehr dazu aber im zweiten Teil meines Berichtes, den ich uebermorgen ins Netz stellen moechte (Ihr koennt euch in der Zwischenzeit ja etwas Popcorn oder so besorgen… )!

 

Besos a todos  und fuer die, die es noch nicht wissen und gerne wissen moechten (…alle anderen muessen an dieser Stelle nicht mehr weiterlesen!): Ich lande am folgenden Donnerstag, den 3.2.2011, um 18.20 Uhr in Zuerich (…wahrscheinlich aber in einem Flugzeug und nicht mit einem Paragliding-Schirm… )!   

1 Kommentar 30.1.11 00:11, kommentieren